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Ramtin - Setare (Musikvideo)
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D 2006, 7min, Produktion: Sascha Bruhn, Ramtin, Regie: Sascha Bruhn

Setare („Der Stern“- hier als Mädchenname) ist ein Liebeslied im 6/8 Rhythmus und es legt textlich keine konkrete Handlung nah, vielmehr besteht es aus zahlreichen Variationen von Liebesbekundungen an eine Frau, die es zurück zu gewinnen gilt. Mit meiner ersten Idee, einen Bühnenauftritt als Grundlage anzunehmen, war Sascha nicht zufrieden.
Nachdem wir bereits in „Yade Khorshied“ sehr puristisch mit der Gesangsebene umgegangen waren, wollte er diesmal den viel größeren inhaltlichen Spielraum, für ein erzählerisches Konzept nutzen. So bemühten wir uns, die Auftritts-Idee mit einer Spielhandlung zu kombinieren, die um das Thema „eine Frau zurückgewinnen“ kreist. Die Idee bestand im Kern darin, mich als einen einfachen Musiker zu präsentieren, der seine Geliebte den Händen eines wohlhabenden und arroganten Nebenbuhlers entreißt.
Diese Geschichte mit vielen Akteuren, Aktionen und Kameraeinstellungen musste in kürzester Film- und Drehzeit erzählt werden und stellte uns in einer umso längeren Vorbereitungsphase vor viele Aufgaben: In erster Linie brauchten wir eine Location, die dem Style des wohlhabenden Nebenbuhlers gerecht werden musste. Nach langer Suche fand ich ein Nobel-Restaurant in Köln namens Bosporus, das unseren Vorstellungen entsprach.
Extrem viele Recherchen und Castings waren auch nötig, um alle Haupt- und Nebenrollen wie geplant mit orientalischen Darstellern besetzen zu können. In einer langen Probephase, konstruierten wir choreographisch genau den gesamten Ablauf, da die Handlung zeitlich linear zur Song-Dauer verläuft und wir uns hinterher im Schnitt im Fall eines Fehlers nicht in andere Zeit- und Handlungsebenen retten konnten.
Endlich war es so weit. Zu dem ersten Drehtermin erschienen sämtliche Statisten, Darsteller sowie das technische Team. Auch von der Kölner Stadtanzeige waren eine Journalistin und ein Fotograph zur Berichterstattung erschienen.
Kurz vor Drehbeginn zerbrach mein Bruder Kaveh im Vorbeigehen aus Versehen eine der acht Tischlampen, die wir Tags zuvor mit viel Mühe in verschiedenen Filialen eines Baumarktes gekauft hatten. Es waren Restposten und wir hatten keine einzige Lampe zusätzlich als Ersatz bekommen. Diese Lampen dienten nicht nur zur Filmbeleuchtung sondern waren gleichzeitig das zentrale Gestaltungs-Element im Restaurant.
Sascha teilte mir mit, dass der Dreh eventuell verschoben werden müsste, wenn wir das Problem nicht lösen konnten. Ich war fassungslos: Sollte dieser ganze monströse Vorbereitungs-Aufwand durch eine einzige billige Dekolampe zunichte gemacht werden?
Saschas Regieassistentin Nina gelang es glücklicherweise, das zerbrochene Glas mit weißer Lichtfolie zu ersetzen, ein für die Kamera unsichtbarer Eingriff, so dass wir unseren sehr eng gesteckten Drehplan doch noch einhalten konnten.
Ramtin



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